Ebentaler Hof - Ponyland Rüdesheim am Rhein
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Wiesbadener Tagblatt Aug.2007

Ponyhof für Ausflügler immer noch ein Klassiker


In Rüdesheim bieten die Benders das Glück auf dem Rücken der Pferde / Betrieb mit vielen Angeboten



Hildegard und Siegfried Bender - hier mit Antje Kunkel auf dem Pony - bieten nicht nur in den Ferien in Rüdesheim Kutschfahrten und Reiten an.


Ein origineller Ort für ein Interview - eine sanft schaukelnde Pferdekutsche, vorneweg der rotbraune "Robbie". Neben mir sitzt Hildegard Bender, die mit ihrem Mann Siegfried seit vielen Jahren das "Ponyland Ebental" betreibt.

Ein Familienbetrieb: Schon Siegfried Benders Eltern gründeten den Hof im Wald hoch über Rüdesheim, zunächst als Ferien-Profis

Bauernhof, später dann als Ponyzucht. "Als damals die ,Immenhof´-Filme rauskamen, wollten plötzlich alle bei uns reiten", erinnert sich Siegfried Bender. Also verlegte man sich auf das noch heute bestehende Angebot: Rund 40 Ponys stehen bereit, um kleine und größere Kinder um einen etwa zwei Kilometer langen Rundkurs zu tragen - entweder auf ihrem Rücken oder in einer Zweier- oder Viererkutsche.

Andere Angebote kamen hinzu, so betreiben Benders noch einen kleinen Campingplatz, eine Gaststätte, Fremdenzimmer im Hause, eine Picknickwiese, die sie samt Groß-Zelt und Grillmöglichkeit vermieten. Und natürlich besteht nach wie vor der landwirtschaftliche Betrieb. "Was unsere Tiere fressen, bauen wir alles komplett selbst an", bekräftigt Bender. Dazu produziert er auch noch seinen eigenen Apfelwein und -saft. Außer Ponys gibt es hier noch eine kleine Schafherde, Ziegen, Esel und einen großen, betagten Hund. "Der ist aber gerade auf Diät, er wurde von unseren Gästen gar zu gut gefüttert", lacht Bender.

Seine Frau nimmt mich zu einer entspannenden 1-PS-Runde im Sulky mit. An diesem Montag in den Ferien ist nicht ganz so viel los. "Aber sonst sind in den Schulferien natürlich viele Kinder mit ihren Eltern da", sagt Hildegard Bender. Da ist an eigenen Urlaub nicht zu denken. "Wenn, dann machen wir den im November oder im Februar - aber wir fahren nicht oft weg", meint Hildegard Bender. Mit den Tieren kann man den Hof nicht alleine lassen - die vier Bender-Sprösslinge sind mittlerweile aber alt genug, um mal aufzupassen. So kam Hildegard Bender im letzten Jahr nach langer Zeit in den Genuss eines Urlaubs auf den Kanaren. "Eigentlich vermisse ich da aber nichts", meint sie. "Ich hab dann sogar schnell wieder Heimweh."

Kein Wunder, denn hier ist es absolut idyllisch. Wenn Pony "Robbie" den kleinen Zweier-Sulky im Schneckentempo ums Feld kutschiert und ab und zu anhält, um einen heruntergefallenen Apfel zu verspeisen, entschleunigt sich das Dasein von selbst. Natürlich haben Benders selbst wenig Zeit, um ihre eigenen Angebote zu genießen. Die Tiere wollen versorgt werden, gerade jetzt im Sommer läuft mit Hochdruck noch "nebenbei" die Heuernte, wenn das Wetter mitspielt, die Gäste - sowohl die, die hier logieren als auch Wanderer - möchten verköstigt und betreut werden. "Ist schon manchmal sehr hektisch für uns", sagt Bender, denn außer der eigenen Familie gibt es nur wenige Aushilfen, meist zum Wochenende. Die Schulferien selbst sind - obwohl der Ponyhof natürlich ein Klassiker für Daheimgebliebene ist - gar nicht mal die belebteste Zeit. "Da kommen zwar viele Urlauber, auch aus Holland, Dänemark und eben die, die von hier nicht weggefahren sind - aber dafür sind eben auch Stammgäste verreist, das gleicht sich ungefähr aus", meint Siegfried Bender. Eine weitere Spitzenzeit ist der Advent, denn da ist er mit einigen Ponys zu Gast auf dem Rüdesheimer Weihnachtsmarkt. Ferienfreizeiten bietet er auf dem Ebentaler Hof seit einigen Jahren nicht mehr an. Früher seien viele Jugendgruppen zu Gast gewesen für regelrechte "Reiterferien" - aber die Auflagen wurden zu zahlreich, der Aufwand war Benders zu groß. Man gab dieses Angebot dann konsequenterweise auf. Gefragt ist das Ponyreitangebot aber nach wie vor. "Das kommt nie aus der Mode", meint Bender - die gerade anwesenden Stammgäste, Maria und Dieter Kunkel aus Kronberg mit Enkelin Leonie, bestätigen das. "Unsere Kinder waren schon hier, jetzt die Enkel - es ist einfach wunderschön hier", sagt Maria Kunkel. Das spricht sich herum - viele, die selbst als Kinder hier schon geritten sind, kommen mit dem eigenen Nachwuchs wieder, weiß Siegfried Bender.

"Ich vermisse auch keine Reisen im Sommer", sagt er. "Ich bin hier geboren und verwurzelt, es ist hier so schön, dass andere bei uns Urlaub machen - ich muss doch gar nicht weit wegfahren". Für den Ruhestand, das lässt sich seine Frau aber doch entlocken, sind schon noch Reisen geplant. Südafrika, Australien, das wären ihre "Träume", wie Hildegard Bender zugibt. Noch aber sind beide höchst eingespannt - und das auch gerne, wie man sieht. Pferdepfleger Peter, seit 25 Jahren hier im Dienst, nimmt nach unserer Ausfahrt Kutsche und Pony liebevoll in Empfang. Schon kommt der nächste Vater mit kleiner Tochter, um eine Runde um die Koppel zu drehen, auf der die Pferde nach "Dienstschluss" dann übernachten und jeden Morgen um sieben Uhr wieder zum Ausritt geholt werden.

www.wiesbadener-tagblatt.de/region/serie/ferienprofis
Quelle
Anja Baumgart-Pietsch 16.08.2007
Foto: RMB/Heinz Margielsky



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