Ebentaler Hof - Ponyland Rüdesheim am Rhein
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Wiesbadener Kurier 2009

Viele Fans der lebendigen Rasenmäher
20 Schafe tummeln sich derzeit auf dem Ponyhof Ebental / Haltung aus Traditionsgründen

Rüdesheim. Zu Ostern wächst der Wunsch nach Lämmern. Die einen freuen sich schon auf den Osterbraten. Immer mehr schaffen sich jedoch lieber ein lebendiges Schaf an, um es im heimischen Garten als Rasenmäher einzusetzen, weiß Siegfried Bender vom Ponyhof Ebental.


Für Siegfried Bender ist es selbstverständlich, Schafe zu haben, für den ein oder anderen Gartenbesitzer auch. Die Nachfrage nach lebendigen Rasenmähern ist durchaus vorhanden.RMB/Margielsky

20 Schafe tummeln sich derzeit auf dem Ponyhof Ebental. Es kann sein, dass in Kürze noch welche dazukommen. "Bei den Schafen weiß man ja immer erst eine Woche vorher, ob der Bauch angefressen ist oder ein Lamm kommt", sagt Siegfried Bender, der den Hof bewirtschaftet. Aus Erfahrung weiß er, dass bei vielen seiner Oster-Besucher die Begeisterung nach dem ersten "Ach, wie süß" lange anhält. Nicht selten folgt ihr die erst scherzhaft und dann ernsthaft geführte Familiendebatte: "Brauchen wir ein Lamm als lebendigen Rasenmäher?"

Bender kennt das schon. In den vergangenen Jahren hat er so gut wie nie eines der Jungtiere zum Schlachter gebracht. Alle wurden als Rasenmäher an Privathaushalte verkauft. Dabei legt er Wert darauf, dass es seinen Tieren gut geht. "So ein Schaf braucht beispielsweise einen Schuppen als Schutz vor Regen oder Sonne", erklärt er. Die Wiese am Schuppen sollte idealerweise rund 500 Quadratmeter messen. Wer ein kleineres Grundstück habe, könne ebenfalls ein Schaf halten, müsse jedoch mit Heu zufüttern. Küchenabfälle und Essensreste sind nichts für Schafe. Natürlich brauche das Tier auch ständig frisches Wasser und einen Salzleckstein. Damit es gesund bleibt, sei regelmäßig eine Wurmkur zu machen. Und natürlich ist zu misten.

Kurzum: Der lebendige Rasenmäher macht nach seinem Kauf Arbeit und verursacht Kosten. Bender schätzt diese unter guten Haltungsbedingungen auf rund 30 Euro im Monat. So viel Geld ist zehn bis zwölf Jahre lang aufzubringen. So alt kann ein Schaf werden. Alles dies sollte jeder bedenken, der sich ein Lamm zulegen will. Idealerweise erwerben Interessenten übrigens nicht nur eines, sondern gleich zwei. Immerhin ist das Schaf ein Herdentier. Eine Miniherde müsse allerdings nicht zwingend aus zwei Schafen bestehen. Auch die Kombination Schaf und Ziege komme in Frage.

Benders eigene Herde besteht in der Regel aus 30 Schafen. Sie halten das Gras rund um den Ponyhof kurz. Für seine Gäste seien die Tiere natürlich ein Hingucker. Darüber hinaus hält er die Schafe aus Traditionsgründen: Schon sein Vater und sein Großvater hatten Schafe. Beide kümmerten sich um zwei Herden mit jeweils bis zu 300 Tieren. Die eine Herde lebte direkt am Hof, die andere war auf Wanderschaft. Lämmer wurden damals natürlich nicht als lebendige Rasenmäher verkauft. Bender kann sich noch gut an Fahrten mit Lämmern und Schafen in den Wiesbadener Schlachthof erinnern. Dort, wo heute Ausstellungen und andere Veranstaltungen organisiert werden, wurden damals Schafe begutachtet und als Schlachtvieh veräußert. Durch den Verkauf von Schafswolle kam weiteres Geld herein.

"Früher langten 300 Schafe, um einen Mann zu ernähren", weiß er. Heute sei dazu eine Herde mit 800 Tieren nötig. Als Bender von seinem Vater den Hof übernahm, verabschiedete er sich schrittweise von der Schafhaltung im Haupterwerb. Zunächst kam eine Herde weg. "Die andere betreute mein Vater für mich." Er kannte jedes Tier, wusste genau, welches unbedingt für die Zucht da bleiben muss und welches verkauft werden kann. Mit dem Tod seines Vaters sei dann das Aus für die große Schafherde gekommen. Bender reduzierte die Zahl der Tiere von 300 auf rund 30. Die Herde ganz aufzugeben, kam für ihn nie in Frage. "Für mich ist es selbstverständlich, Schafe zu haben."

Kerstin Prosch 11.04.2009



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