Ebentaler Hof - Ponyland Rüdesheim am Rhein
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Frankfurter Rundschau 2002


Mit Laure und Lili im Ponyland

Besuch aus Frankreich ist da. Zwei zwölfjährige Pferde-Närrinnen aus Paris und Frankfurt haben sich gesucht und gefunden. Wir verraten noch nicht, wohin der Sonntagsausflug führt. Tochter Lili ist misstrauisch, als wir das Ortsschild Rüdesheim passieren. Doch nicht etwa zu den Japanern in die Drosselgasse oder gar zum Niederwalddenkmal? Nein, wir lassen die Drosselgasse links liegen, ziehen eine Schleife durch die Weinberge und folgen dem Wegweiser nach Presberg. Die Mienen des gallo-germanischen Austauschduos hellen sich auf, als ein buntes Schild das Ponyland ankündigt.

Der Eintritt zu den Ponys samt Streichelzoo mit Kaninchen, Schweinchen, Maultierbabys und Ziegen ist frei. Aber natürlich wollen unsere Mädels mehr als die netten Viecher hinter den Ohren kraulen. Siegfried Bender, auf dem Hof geboren und groß geworden, verkauft Billets für Ponyreiten, Sulky-Touren oder Planwagenfahrten. Oder auch nur einen Packen Möhren zum Verfüttern an die Tiere. Wenn nicht zuviel Andrang herrscht, erzählt Bender gern, wie alles begann, vor fast 50 Jahren, als der Tourismus am Rhein in Gang kam. Damals entschied man, neben Hühnern, Kühen und Schweinen auch Ponys aufzuziehen und damit eine Attraktion im Hinterland der Drosselgasse zu schaffen. Heute hat der Ebentaler Hof rund vier Dutzend Ponys und Maultiere. Für Ausritte und Sulkyfahrten steht ein rund zwei Kilometer langer, idyllisch gelegener Parcours zur Verfügung.

Wir haben uns zunächst für einen Sulky entschieden. Vorn zieht Ponydame Lilli, hintendrein traben Fuzzy und Nicky. Eilig haben sie es nicht, bleiben immer wieder stehen, um sich vorschriftswidrig an Gänseblümchen und frischem grünem Gras zu laben. Nette Sache, denken sich Laure und Lili, aber doch eher etwas für die Kleinen. Sie mieten anschließend noch Belinda und Veruschka für einen Ausritt in eigener Regie. Dafür muss man schon fest im Sattel sein. So viel Pferdeglück macht hungrig, aber auch dafür ist im Ponyland gesorgt. In der Gartenwirtschaft gibt es neben leckerem selbst gekeltertem Apfelsaft butterzarte Schnitzel mit Pommes und auch weniger Kalorienträchtiges wie Bauernkäse oder Salatteller zu familienfreundlichen Preisen. Für Süßmäuler finden sich Eisbecher und eine Kuchentheke.

Kaum etwas, das im Ponyland nicht möglich wäre. Neben Picknickwiese und Grillhütte steht auch ein Zeltplatz zur Verfügung, gern auch mit Stellplatz fürs eigene Pferd. Kutschfahrten lassen sich ebenso buchen wie Kindergeburtstage mit Planwagenfahrt, Kakao und Kuchen. Wer Lust hat, den schönen Rheingau ausführlich auf Schusters Rappen zu erkunden, darf im Ebentaler Hof auch übernachten. Wem der Sinn nach Aufregendem steht, der kann vom Flugplatz neben dem Ponyland Helikopterflüge aus über das Rheintal buchen. Wir sind mit Laure und Lili auf dem Boden geblieben. Aber weil es nur einen Katzensprung vom Ponyland entfernt liegt, haben wir uns sogar noch das Niederwalddenkmal angesehen und ein bisschen deutsch-französische Geschichte aufgearbeitet.

Claudia Diemar . Frankfurter Rundschau

05.04.02




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